Ausbildung
Instrumente
Musikinstrumente
Am Anfang stehen Urformen, die naturgegebenes Material wie Holzstäbe als Klappern, Fruchtkapseln als Rasseln, Bambusrohr, Tierhörner u. Schneckengehäuse als Blasgeräte, gehöhlte Baumstämme als Trommeln, Bogensehnen als Saiten u. Kürbisschalen, Kokosnüsse oder Schildkrötenpanzer als Resonanzkörper verwenden. Mythos und Zauberglaube sind mit den meisten dieser Formen verbunden und regeln ihren Gebrauch bei den Naturvölkern. Doch schon für die frühesten Epochen antiker Hochkulturen bezeugen Funde und Ausgrabungen das Vorhandensein zahlreicher Musikinstrumente, deren Entwicklungsstadium Schlüsse auf eine gehobene Art der Musikpflege zuläßt. Dazu gehören Längsflöten, Harfen, Schalmeien mit doppeltem Rohrblatt, Langhalslauten, Metalltrompeten, Bronzehörner, Lyra und Kithara, Kastagnetten und Felltrommeln. Die Weitergabe von Kulturgütern Zentralasiens an den Orient, Völkerwanderungen und Kreuzzüge haben viele dieser Musikinstrumente an das Abendland vermittelt, wo sie einer anderen Musikauffassung entsprechend umgestaltet wurden, so Orgel, Trompete, Laute, Gitarre, Geige, Hackbrett. Im späten Mittelalter und in der Renaissance findet sich eine große Typenvielfalt insbesondere an Blasinstrumenten (Dulzian, Rankett, Rauschpfeife, Pommer, Zink u. a.). Im 17. und 18. Jh. entwickelten sich daraus die heutigen Orchesterinstrumente, die technisch besonders im 19. Jh. verbessert wurden. Entsprechend den verschiedenen Spieltechniken (Blasen, Streichen, Zupfen, Schlagen, Tasten) werden sie in folgende Gruppen eingeteilt:
1. Blasinstrumente
Die im Instrument befindliche Luftsäule wird durch Anblasen in Schwingungen versetzt. Dadurch entsteht ein Ton. Nach dem Baumaterial u. Tonerzeugung unterscheidet man Holzblasinstrumente (Flöten u. Rohrblattinstrumente: Oboe, Klarinette, Saxophon, Fagott) u. Blechblasinstrumente (Trompete, Posaune, Tuba, Horn).
2. Schlag- u. Rhythmusinstrumente
Holz, Metall oder ein gespanntes Fell wird mit Stäben, Hämmern, Schlegeln, Klöppeln oder Besen geschlagen, so daß Schwingungen entstehen (Xylophon, Kastagnetten, Becken, Gong, Triangel, Glockenspiel, Celesta; Pauke, Trommel, Tamburin, Bongo).
3. Tasteninstrumente
Über eine Tastatur werden entweder Luftströme gelenkt (z. B. auf Metallzungen wie beim Akkordeon oder durch Pfeifen wie bei der Orgel) oder Saiten durch Schlagen (Klavier) oder Zupfen (Cembalo, Spinett) zum Schwingen gebracht.
Diese Einteilung geht von dem gegenwärtigen Instrumentarium des Abendlands aus u. folgt keinem wissenschaftlichen Prinzip. Daher ist in der Musikwissenschaft die Einteilung von Erich Moritz von Hornbostel und Curt Sachs (1914) allgemein gebräuchlich mit den Hauptgruppen Idiophone, Membranophone, Chordophone, Aerophone. Hinzu kommen die bei der Abfassung der Systematik noch nicht gebräuchlichen Elektrophone.